Stiftungsvermögen und Mittelaufbringung
Das Stiftungsvermögen soll sich durch Zustiftungen aufbauen. Diese sind ab einem Betrag von 500,- € möglich. Kleinere Beträge nehmen wir gerne als Spenden entgegen; sie werden zeitnah über die Vergabe ausgeschüttet. Da die Astoria-Stiftung gemeinnützig ist, sind sämtliche Zuwendungen an die Stiftung steuerlich absetzbar.
Das Vermögen der Astoria-Stiftung wird als Sondervermögen innerhalb der Rudolf und Clara Kreutzer-Stiftung geführt und in einem Jahresabschluss ausgewiesen. Damit die Stiftung wachsen kann, ist sie insbesondere auf größere Zustiftungen aus Erbschaften oder Vermächtnissen angewiesen. Bei derartigen Zuwendungen kann der Stifterwille in vollem Umfang berücksichtigt werden. Auch die Übertragung von Immobilien zu Lebzeiten, verbunden mit einem lebenslangen Nutzungsrecht des Zustifters, ist möglich. Mit Ihrer Unterstützung kann die Astoria-Stiftung besondere waldorfpädagogische Einrichtungen langfristig fördern – sprechen Sie uns einfach an!
Die Astoria-Stiftung geht mit ihrem Vermögen verantwortungsbewusst und nachhaltig um. Dazu gehört insbesondere, dass Vermögensanlagen unter dem Gesichtspunkt des „Mission Investing“ getätigt werden. So kann das Kapital im Rahmen der zu fördernden Einrichtungen eingesetzt werden und eine anonyme Geldanlage wird ausgeschlossen.
Mittelvergabe
Die jährlich für eine Ausschüttung zur Verfügung stehenden Mittel werden bei einer Vergabesitzung des Kuratoriums beschlossen. Die Vergabe erfolgt einerseits auf Grund von Anträgen, vor allem aber durch Zuspruch an Einrichtungen, die aus Sicht des Kuratoriums besonders förderungswürdig erscheinen.
Zahlreiche Einrichtungen konnten bereits von einer Ausschüttung der Astoria-Stiftung profitieren; unter anderem haben wir mehrere Freie Waldorfschulen im gesamten Bundesgebiet unterstützt.
Zuletzt konnten wir dank einer unerwarteten, unvorstellbar großzügigen Schenkung von Grundstücken unseren Handlungsspielraum in bedeutender Weise erweitern: Der Verkauf des bebaubaren Anteils dieser Grundstücke ermöglicht es, im Jahr 2018 Schulgrundstücke für die Neue Waldorfschule Dresden zu erwerben, die wir dem Schulverein im Erbbaurecht zur Verfügung stellen werden.
Insgesamt hat die Astoria-Stiftung seit 2014 bereits Mittel in Höhe von über 100.000 Euro ausgeschüttet. Eine detaillierte Übersicht über Mittel und Empfänger finden Sie für das jeweilige Jahr im Bereich „Aktuelles / Astoria-Stiftung“.
Die Idee hinter der Stiftung
Die Astoria-Stiftung greift die durch Rudolf Steiner und Emil Molt zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte Idee der „Sozialen Dreigliederung“ auf, nach der ein direktes, harmonisches Zusammenwirken der Bereiche Wirtschaftsleben, Geistesleben und Rechtsleben Grundlage ist für eine menschengemäße Gemeinschaftsbildung einer modernen Gesellschaft.
Emil Molt hat die Erträge aus seiner Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik in den Dienst dieser Idee gestellt, was in der Folge zur Gründung der ersten Waldorfschule führte. Aber auch andere anthroposophische Unternehmen können ihre Entstehung auf diesen Impuls zurückführen. Rudolf und Clara Kreutzer haben mit der Gründung ihrer Stiftung diese Idee beispielhaft weitergeführt und dabei gezeigt, dass unternehmerisches Handeln eine wesentliche Voraussetzung für die Umsetzung einer Idee in die Wirklichkeit ist. Dieser nicht zu unterschätzenden Tatsache wird mit der Bezeichnung „Astoria“ Rechnung getragen. Der Begriff geht auf Johann Jakob Astor zurück, der im 18. Jahrhundert mit 15 Jahren aus Walldorf in Baden nach Amerika auswanderte und dort durch sein unternehmerisches Wirken Einrichtungen schuf, die bis heute seinen Namen tragen.
Ein ganz zentrales Projekt der Stiftung kann dem nachfolgenden Grußwort entnommen werden:
Grußwort von Dr. Helmut Erhardt zur Grundsteinlegung der Neuen Waldorfschule Dresden am 21. Mai 2022
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, verehrte Festgäste, liebe Lehrerinnen,
Lehrer, Eltern, Schülerinnen und Schüler, verehrte, liebe Freunde der Schule,

mit herzlicher Freude beglückwünsche ich Sie im Namen der Rudolf und Clara Kreutzer-Stiftung und der Astoria-Stiftung zur Grundsteinlegung für den Schulneubau hier auf diesem schönen Grundstück.Dass es uns möglich war, die großartige Schulinitiative hier in Dresden durch den Kauf dieses Grundstücks entscheidend zu unterstützen, hat viele Gründe und ist eine geradezu märchenhafte Geschichte:
Am Anfang stand die Idee und Initiative unseres Freundes und Vorstandsmitglieds Hansjörg Hofrichter (15. 2. 1942 – 1. 12. 2018), eine unselbstständige Stiftung mit dem Namen „Astoria“ unter dem Dach der Rudolf und Clara Kreutzer-Stiftung zu gründen.
Warum ASTORIA? Viele von Ihnen wissen wohl, dass Emil Molt, Inhaber und Direktor der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik in Stuttgart, die erste Waldorfschule zur Bildung und Erziehung der Kinder seiner Arbeiterinnen und Arbeiter gründete. Er konnte Rudolf Steiner als Schulleiter gewinnen, dessen Idee von der „Dreigliederung des sozialen Organismus“ ihn überzeugt hatte. Steiner hatte die unverwirklichten Ideale der Französischen Revolution als Prinzipien für die menschengemäße Organisation einer modernen Gesellschaft entschlüsselt: „Freiheit“ für Kultur, Bildung, Erziehung, „Gleichheit“ für den Rechtsstaat und „Brüderlichkeit“ für ein solidarisches Wirtschaftsleben. Emil Molt stellte die Erträge seiner Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik in den Dienst dieser Idee zur Einrichtung einer freien, in die Eigenverantwortung der Lehrerinnen, Lehrer und Eltern gestellten Schule.
Der Name „Astoria“ geht auf Johann Jakob Astor zurück, der im 18. Jahrhundert mit 14 Jahren aus Walldorf in Baden nach Amerika auswanderte und dort durch sein unternehmerisches Wirken bedeutende, höchst erfolgreiche Einrichtungen schuf, die bis heute seinen Namen tragen. Emil Molt hat – wie viele andere Industrielle und Unternehmer, etwa auch Rudolf und Clara Kreutzer – gezeigt, dass unternehmerisches Handeln eine wesentliche Voraussetzung für die Umsetzung einer Idee in die Wirklichkeit ist. Das wollte Hansjörg Hofrichter mit der Namensgebung aufgreifen: Aufbruch ins Ungewisse, Mut, Weitsicht!
Diese Initiative begeisterte das Ehepaar Michael und Christiane Vilser, die viele Jahre an der Nürnberger Rudolf Steiner-Schule unterrichtet hatten, und Elisabeth Vilser, die ebenso lange in der Schulverwaltung tätig war. Sie schenkten der Kreutzer-Stiftung als Treuhänderin der ASTORIA-STIFTUNG ihre wertvollen Grundstücke in Landshut, ohne Bedingungen und Auflagen – eine unfassbare, überwältigende Großzügigkeit!
Als wir uns nach der notariellen Beurkundung des Schenkungs¬vertrags von Vilsers verabschiedeten, machten sie einen so frohgemuten Eindruck, dass ich ihnen spontan nachrief, sie kämen mir vor wie „Hans im Glück“! Oberflächlich betrachtet, erscheint Hans ja eher wie ein Tölpel, der den unschätzbar wertvollen Goldklumpen, den er von seinem Dienstherrn als Lohn für 7 Jahre „treue und ehrliche Dienste“ erhalten hatte, gegen immer geringfügigere Gegenstände tauscht und am Ende mit leeren Händen nachhause kommt. Aber Hans sagt sich nach dem letzten Verlust: „So glücklich wie ich ist kein Mensch auf der Erde… Mit leichtem Herzen und frei von aller Last sprang er nun fort, bis er daheim bei seiner Mutter war.“ Hans hatte auf dem Weg des Verlusts das Sonnengold in ein lichtes Herz verwandelt, das ihm niemand mehr abluchsen kann. Vilsers riefen abends bei mir in Nürnberg an, nachdem sie das Märchen noch einmal gelesen hatten, und bestätigten, dass sie sich genauso fühlten.
Der Verkauf der bebaubaren Grundstücke – darunter zur Bebauung vorgesehene in bester Wohnlage – erbrachte einen Erlös von rd. 2,2 Mio €. So konnten wir dieses Schulgrundstück von der Vonovia – die sich hierbei ebenfalls als großzügig erwies – in dieser hervorragend geeigneten Lage für die Neue Waldorfschule Dresden erwerben und im Erbbaurecht vergeben.
Diese märchenhafte Geschichte musste ich Ihnen erzählen, musste ich Ihnen auf den Weg in eine hoffentlich lichte, goldene Zukunft mitgeben!
Wir gratulieren der lebendigen Schulgemeinschaft der Neuen Waldorfschule Dresden von Herzen und wünschen der Schulgemeinschaft, den Lehrerinnen, Lehrern, Eltern, Schülerinnen und Schülern weiterhin eine lebenskräftige, glückliche und zukunftsfähige Entwicklung!
Aktuelle Entwicklungen der Neuen Waldorfschule Dresden können Sie nachfolgendem Link entnehmen:
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